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„Das ist Kriminalliteratur at its best: Radikal, zupackend, aktuell – unentbehrlich.“

(DIE ZEIT, Tobias Gohlis, KrimiZEIT-Bestenliste 2/2015)


Zoë Beck

Schwarzblende

London. Der Kameramann Niall Stuart wird unfreiwillig Zeuge, als zwei junge Männer einen Soldaten in zivil grundlos angreifen und töten. Niall nimmt die Szene mit seinem Handy auf. Einer der Täter kommt zu ihm, das blutige Messer noch in der Hand, und bekennt, dass er den Mord im Namen Allahs begangen hat. Sein Komplize schwenkt die Flagge des Islamischen Staats. Als Niall wenig später den Auftrag erhält, eine Dokumentation über den Fall zu drehen, ahnt er nicht, dass er mit grausamer Absicht für diese besondere Aufgabe ausgewählt wurde.



Zoë Beck

Brixton Hill

London, in einem der Luxushochhäuser von Canary Wharf: Erst fällt die Klimaanlage aus, dann der Strom. Sämtliche Ausgänge sind verriegelt, und Rauch strömt aus den Belüftungsschächten. Em muss hilflos zusehen, wie ihre Freundin im 15. Stock panisch ein Fenster zertrümmert und hinausspringt. Kurz darauf wird Em verhaftet. Sie soll sich in die Computer des Gebäudes gehackt und die Freundin dadurch in den Tod getrieben haben. Jemand spielt ein falsches Spiel.

Über Zoë Beck

Zoe Beck PortraitZoë Beck, geboren 1975, ist eine unserer Lieblingsautorinnen. Der Krimi "Schwarzblende" erscheint exklusiv vor dem offiziellen Erscheinungsdatum bei Sobooks. Zoë wird in den nächsten Tagen und auch sonst immer wieder im eBook hier vorbeischauen und mit Euch diskutieren - am besten gelegentlich mal vorbeischauen, wir kündigen das aber den Käufern auch im Newsletter an.

Zoë schreibt preisgekrönte Krimis - “Das zerbrochene Fenster” wurde von der Jury der KrimiZEITBestenliste unter die zehn besten Kriminalromane im September 2012 gewählt, ebenso “Brixton Hill” im Januar, Februar und März 2014. Zoë lernte Klavier und studierte Literatur. Nach diversen Film- und Theaterjobs arbeitet sie heute als Autorin und Übersetzerin. Für ihre Romane und Kurzgeschichten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedrich-Glauser-Preis. Studium der englischen und deutschen Literatur u.a. in Gießen, Bonn und Durham. Anschließend Producerin für internationale Fernsehfilmproduktionen. Seit 2004 Redaktion und Regie für Synchronproduktionen und als Autorin und literarische Übersetzerin tätig. Sie ist zugleich Verlegerin mit dem auf digitale Bücher spezialisierten Verlag Culturbooks – elektrische Bücher.

2010 Friedrich-Glauser-Preis in der Sparte “Bester Kurzkrimi”.
2014 Krimipreis von Radio Bremen.
zoebeck.net

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Im Interview mit Zoë Beck

Sobooks: Hallo Zoë, wir von Sobooks kennen Dich ja schon zum Thema eBooks, das Dir sehr am Herzen liegt. Hier allerdings soll es um Deinen neuen Krimi "Schwarzblende" gehen, der soeben bei Heyne erscheint. Und der vor einem sehr aktuellen, durchaus furchterregenden Hintergrund spielt.

Zoë: Anlass war der Mord an dem Soldaten Lee Rigby 2013. Einer der Täter hat direkt im Anschluss einem Augenzeugen eine Art Interview gegeben, das kurz darauf online ging: Der Mann hatte das frische Blut noch an den Händen. Im Hintergrund waren noch Rigbys Leiche und der zweite Attentäter zu sehen. Das Selbstverständnis, mit dem der Mann am Tatort geblieben ist, und dass er einfach darüber gesprochen hat, warum er es richtig fand, den jungen Soldaten zu töten - das ist etwas ganz anderes als noch die Bekennerschreiben der RAF oder Selbstmordattentate. Diese Täter wollten nicht fliehen, auch nicht in den Tod, sie wollten darüber reden, was sie getan haben, und allen zeigen, dass sie es waren.

Sobooks: Während Du das Buch geschrieben hast, hat da die gruselige Realität Deine Krimi-Phantasien eingeholt? Wie bist Du mit der Nachrichtenlage umgegangen?

Zoë: Die Realität hat mich natürlich überholt, und es wurde ein anderes Buch daraus. Als ich das Expose geschrieben hatte, gab es noch nicht den IS in der Form, es gab noch nicht die Vice-Reportage, es gab noch nicht die Videos mit den geköpften westlichen Geiseln, und so weiter. Mir geht es bei der Geschichte ja darum zu zeigen, was die Entwicklung des IS für unsere Gesellschaft bedeutet. Was und wieviel davon betrifft uns, wie bekommen wir das, was geschieht, medial vermittelt, wie genau beschäftigen wir uns damit – können wir uns damit beschäftigen. Und vor allem: Was tun wir mit unseren Vorurteilen, was die Regierungen mit ihren Gesetzen, um junge Menschen dazu zu bringen, sich dem IS anzuschließen. Natürlich kann ich da nur ein paar Gedanken anreißen.

Sobooks: Schwingt bei Dir eigentlich die Angst mit, dass die falschen Leute das Buch in den falschen Hals bekommen?

Zoë: Natürlich. Irgendwie bekommt man immer auch merkwürdige oder gar aggressive Reaktionen, wenn man Texte veröffentlicht, ganz egal, worüber man schreibt. Bei diesem Thema wird es vermutlich noch mal eine Dimension finsterer.

Sobooks: Wolfgang Herrndorf hat vor der Veröffentlichung von "Sand" – einem Thriller, der mit islamischen Fundamentalisten (und auch allen anderen) respektlos umgeht – im Impressum seiner Website eine falsche Hausnummer angegeben. Das war zwar eher symbolisch, aber hatte wohl auch eine Blitzableiterfunktion, damit das ungute Gefühl, eventuell zur Zielscheibe zu werden, sein Schreiben nicht verändert. Hat sich durch dieses Thema Dein Schreiben verändert?

Zoë: Für jedes Thema, jede Figur muss man den passenden Stil finden, ist das gemeint? Oder meint ihr damit den Umgang mit dem Thema? Das Herrndorf-Beispiel klingt ja eher danach, dass man sich nicht durch Angst vor Konsequenzen einschränken lassen will. Mir war von Anfang an klar, worüber ich schreiben wollte und dass das kein Spaziergang werden würde. Weder das Schreiben, noch das Recherchieren. Was nach der Veröffentlichung passiert, weiß ich ja noch nicht.